Erkrankungen der Nieren und der Harnblase

Eine Erkrankung der Nieren kommt bei Pferden altersbedingt, aber auch nach schweren Allgemeinerkrankungen oder Vergiftungen vor und führt dazu, dass die Nieren nicht mehr in der Lage sind, die Abbauprodukte des Stoffwechsels auszuscheiden. Sowohl beim chronischen als auch beim akuten Nierenversagen kommt es dann zu einer lebensbedrohlichen Situation.

 

Bei der Harnblase steht die bakterielle Infektion im Vordergrund; diese kommt bei Stuten häufiger im Vergleich zu männlichen Pferden vor. Bei Hengst und Wallach hingegen lassen sich häufig Blasensteine diagnostizieren. Bei Neugeborenen stehen eher die Blasenruptur, die während der Geburt entstehen kann und der angeboren fehlende Verschluss der Harnblase zum Nabel im Vordergrund.

 

Diagnostische Verfahren

Diagnostisch können wir die Erkrankungen der Harnorgane durch Blut- und Harnuntersuchungen im eigenen Labor sofort erfassen. Bei Fohlen kann ein Bauchhöhlenpunktat Aufschluss über eine Erkrankung von Nieren und Harnblase geben. Mittels Ultraschalluntersuchung entweder durch die Bauchdecke oder rektal können wir alle Harnorgane bildgebend darstellen. Bei erwachsenen Pferden haben wir die Möglichkeit, durch eines unserer zahlreichen Endoskope die Blase auch von innen zu beurteilen, um damit Tumore oder Blasensteine festzustellen.

 

Therapie

 

Bei einem akuten Niereversagen kann ihr Pferd in unserer Station mit Infusionstherapie intensivmedizinisch versorgt und überwacht werden. Blasentumore oder –steine können durch unsere erfahrenen Chirurgen endoskopisch mittels Hochfrequenzchirurgie am stehenden sedierten Pferd oder in Vollnarkose operativ beseitigt werden. Selbstverständlich werden auch sämtliche Harnblasenerkrankungen bei Neugeborenen von uns chirurgisch versorgt.

 

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung als schmerzloses, bildgebendes Verfahren der Weichteile und Knochenoberfläche hat sich in den letzten Jahren enorm weiter entwickelt und wird in allen Bereichen des tierärztlichern Arbeitens eingesetzt.

 

In der Orthopädie kommen spezielle Ultraschallgeräte zur Darstellung von Sehnen, Bändern, Gelenken und Muskeln zum Einsatz. So können zum Beispiel Sehnenschäden in ihrer Dimension und Stärke dargestellt und der Heilungsverlauf überwacht werden.

 

In der Augenheilkunde können Erkrankungen der inneren Strukturen, wie Glaskörper und Linse beurteilt werden.

 

In der Reproduktionsmedizin erfolgt unter anderem die Zyklusdiagnostik und die Trächtigkeitsuntersuchung mittels Ultraschall.

 

In der inneren Medizin hilft die Sonografie in der Diagnostik der Atmungsorgane, des Herzens, der Leber, Milz und der Verdauungsorgane, so wie der Niere und Harnblase.

 

Entsprechend der unterschiedlichen Einsatzgebiete werden in unserer Klinik auch hochspezialisierte, technisch aufwändige Ultraschallgeräte mit speziellen Schallköpfen verwendet. Da die Entwicklung der Ultraschallgeräte rasant fort schreitet, halten wir auch unser Angebot an Geräten und Einsatzgebieten ständig auf dem Laufenden.