IRAP-Therapie

Die IRAP-Therapie: eine neue erfolgreiche Behandlungsmethode bei Gelenkerkrankungen

 

Was ist das Grundprinzip?

Zu den häufigsten Lahmheitursachen beim Pferd gehören die Gelenkserkrankungen. Eine Gelenkserkrankung wird durch eine Verletzung oder eine dauerhafte Überbelastung verursacht und führt unter Umständen über Jahre hinweg zu einer Zerstörung des Gelenkknorpels, was wiederum Schmerzen und eine Lahmheit nach sich zieht. Bei diesem gelenkszerstörenden Prozess ist ein spezifisches Protein, das Interleukin-1 wesentlich beteiligt. Forscher haben zuerst in der Humanmedizin und später auch in der Tiermedizin ein körpereigenes Protein entdeckt, dass dieses Interleukin-1 hemmt, der so genannte Interleukin 1- Rezeptorantagonist. Somit kann der zerstörende Prozess im Gelenk aufgehalten werden. Auch unsere Pferdeklinik bietet diese neue Therapieform, die auch als IRAP bezeichnet wird, an. Eine eigens dafür eingerichtete Laboreinheit erlaubt es uns, unsere Patienten mit dieser hochwirksamen entzündungshemmenden Methode zu behandeln.

 

Wie funktioniert die IRAP II-Therapie?

Dem Patienten werden bei der IRAP-Therapie mit einer Spezialspritze 50 ml Blut aus der Vena jugularis (Halsvene) unter sterilen Bedingungen entnommen. In einem speziellen Laborverfahren wird die Konzentration von eigenem Interleukin Rezeptor Antagonist und verschiedenen Wachstumsfaktoren erhöht. Dieser Prozess findet innerhalb von 24 h in einem Wärmeschrank statt. Das anschließend gewonnene Serum wird mit Hilfe steriler Filter gereinigt und portionsweise in einzelnen Spritzen aufgezogen. Die zu injizierende Serummenge richtet sich nach der Gelenkgröße und dem vorhandenen Knorpelschaden. Die zeitnahe Wirkung die IRAP-Therapie ist schmerzstillend, entzündungshemmend und abschwellend. Sofortige, starke Belastung nach der Behandlung kann diesen Prozess behindern. Deshalb ist drei Tage Ruhe für das Pferd notwendig.

 

Diese biologische Therapie ist geeignet, mittel- bis langfristig eine Regeneration oder zumindest eine Verlangsamung des Abbauprozesses des Knorpelgewebes zu fördern.

 

Für welche Gelenksprobleme kann die Therapie verwendet werden?

Grundsätzlich kann die IRAP-Therapie bei jeder Art und in jeder Phase einer Gelenksentzündung verwendet werden. Die bisher genutzten Medikamente werden nach wie vor in einem akuten Zustand einer Gelenkserkrankung angewendet. Aufwand und Kosten der IRAP- Therapie rechtfertigen ihren Einsatz insbesondere bei erfolgloser initialer konservativer Therapie. Das heißt, wenn das erkrankte Gelenk mit „regulären“ Medikamenten ohne Erfolg vorbehandelt wurde, oder sich die Entzündung verschlimmert, können wir auf diese neue Therapie zurückgreifen.

 

Selbstverständlich handelt es sich nicht um eine „Wundertherapie”. In jedem Fall muss vom fachkundigen Tierarzt durch eine sorgfältige Diagnostik geklärt werden, ob ein Einsatz sinnvoll ist. Mechanische Defekte sollten ggf. operativ vor der Behandlung behoben werden. Eine Kombination mit anderen Therapien (z.B. Physiotherapie) kann sinnvoll sein.

 

Falls Sie Fragen zu dieser Behandlungsmethode haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Das Team der Tierärztlichen Klinik Isernhagen